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BERLIN (MedCon) – Paragraph 13 des Gesundheitsmodernisierungsgesetzes spaltet die Nervenärzte und ärztlichen Psychotherapeuten. Geplant ist, die Angleichung der Honorare im Osten durch Abstriche bei den West-Honoraren zu finanzieren.
Ein „grandiose Unverschämtheit“ nennt dies der zweite Vorsitzende des BVDN, Dr. Gunther Carl. „Wir werden weder im Osten noch im Westen angemessen bezahlt. Es muss dafür gesorgt werden, dass alle eine angemessene Vergütung erhalten.“
Im Konsenspapier von Regierung und Koalition zur Gesundheitsreform heißt es, die Honorare der ostdeutschen Kassenärzte sollen bis Ende 2006 schrittweise an das Westniveau angeglichen werden. Dies soll nun dadurch erreicht werden, dass westdeutsche Ärzte auf einen Teil ihres Einkommens verzichten.
„Ich weiß nicht, ob diese Pläne überhaupt einer gerichtlichen Überprüfung standhalten“, zeigt sich Carl verärgert und wundert sich auch über seine Kollegen. „Eigentlich hätte ich mehr Protest erwartet. Daran kann man sehen, wie leidensfähig viele Ärzte inzwischen schon geworden sind.“
Es gibt aber auch Stimmen, die dem Reformvorhaben durchaus offen gegenüberstehen: „Wenn eine Angleichung der Gehälter nicht anders zu finanzieren ist, halte ich diese Pläne durchaus für erwägenswert“, meint Dr. Konstanze Tinschert, Landesvorsitzende des BVDN in Thüringen. Die Frustration der Nervenärzte in Ostdeutschland, so Tinschert, sei sehr groß. Auf Dauer könne niemand mit den schlechten Bedingungen zurecht kommen. Immer mehr Kollegen würden in die alten Bundesländer abwandern, in vielen Kreisen könnten Nervenarztpraxen gar nicht mehr besetzt werden. Um die Versorgungssituation nicht noch weiter zu verschlechtern, müsse endlich ein Ausgleich erfolgen. „Viele Kollegen im Westen verdienen, auch bedingt durch die Betreuung von Privatpatienten, fast das Doppelte. Es ist Zeit, dass man sich endlich solidarischer zeigt.“
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