(BIERMANN) – Die Gemeinschaft Fachärztlicher Berufsverbände (GFB) begrüßt die von der Regierungkoalition beschlossenen Eckpunkte der Regierungskoalition als "Einstieg in eine zukunftsorientierte Umgestaltung des Gesunheitswesens". Gegenüber den geplanten Einsparmaßnahmen in der ärztlichen Versorgung äußert sie jedoch angesichts der finanzierungsdefizite insbesondere im ambulanten Bereich Vorbehalte.
"Die Attraktivität des Arztberufes muss verbessert werden", fordert GFB-Präsident Dr. Siegfried Götte. Sonst drohe unabwendbar eine weitere Verschlechterung der Nachwuchssituation. Grundsätzlich wird die Stärkung der kurativen Versorgung angemahnt, um Folgekosten in Rente und Pflege zu vermeiden.
Im Einzelnen fordert die GFB:
- statt Rationierung und Fehlversorgung Priorisierung defizitärer Leistungsbereiche
- Verbesserung strukturierter Behandlungsabläufe durch stärkere Berücksichtigung ärztlicher Kompetenz auf der Basis der Weiterbildungsqualifikation statt hausarztzentrierter Monopolbildung
- Stärkung des Facharztes zur Verbesserung der Versorgungsqualität
- Orientierung der ambulanten und stationären fachärztlichen Versorgung nach dem Motto ambulant vor stationär als Ausdruck einer komplementären fachärztlichen Versorgungsstruktur, statt Öffnung der Kliniken nach § 116b
- Anreiz-Systeme zur Lösung regionaler Versorgungsdefizite statt Bonus/Malus-Regelung
- Regionalisierung statt bedingungsloser Zentralisierung zur Lösung von Versorgungsfragen
- Beschränkung des Leistungskatalogs - Innovationen nur mit neuem Geld
- Kostenerstattung als Option für Arzt und Patient
Nur unter Berücksichtigung dieser Forderungen "haben neue Konzepte eine Chance, das Gesundheitswesen nachhaltig zu reformieren", meint Götte.
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