(BIERMANN) – Der baden-württembergische Ministerpräsident Stefan Mappus und Gesundheitsministerin Dr. Monika Stolz setzen sich angesichts der Abrechnungsdaten 2009 in einer Vorab-Mitteilung für mehr regionale Gestaltungsspielräume bei der Ärztevergütung ein. Die Daten werden am Freitag von der KV Baden-Württemberg öffentlich vorgestellt.
Mappus und Stolz sprechen sich in einer Mitteilung des Staatsministeriums dafür aus, die bundesweit zur Verfügung stehenden Mittel für die ärztliche Vergütung wieder gerechter auf die Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) aufzuteilen. "Das ist eine Grundvoraussetzung, damit wir für die Ärzteschaft im Land ein angemessenes Vergütungsniveau gewährleisten können", erklärten sie gestern nach einem Gespräch mit der KV Baden-Württemberg in Stuttgart.
Als erste KV habe die KV Baden-Württemberg nun ihre Abrechnungsdaten für 2009 fertig
gestellt. Obwohl die Endabrechnungen der anderen KVen für 2009 noch ausstehen, lasse sich nun mit Zahlen belegen, dass Baden-Württemberg als einziges Bundesland nicht von der Honorarreform profitiere, heißt es. "Das ist nicht hinnehmbar", so der Ministerpräsident und die Ministerin. "Für die hervorragende Arbeit der Ärztinnen und Ärzte im Lande muss auch eine leistungsgerechte Vergütung bereitgestellt werden."
Angesichts einer jährlichen Transferleistung an den Gesundheitsfonds in Höhe von rund zwei Milliarden Euro sei es weder den Ärzten noch den Beitragszahlern in Baden-Württemberg vermittelbar, dass gerade und ausschließlich im Land die Ärztehonorare sinken, während sie
in anderen Bundesländern erheblich ansteigen, so der Ministerpräsident weiter. "Deshalb werden wir uns dafür einsetzen, dass in der gesetzlichen Krankenversicherung wieder mehr regionale Komponenten eingeführt werden", ergänzte die Ministerin.
Die Auswertung der Zahlen zeige, dass viele Einzelpraxen von Verlusten bis zu zehn Prozent betroffen seien. Hierfür seien die Vorgaben auf Bundesebene verantwortlich. Wichtig sei, dass die Umverteilungsproblematik innerhalb der Ärzteschaft entschärft werde. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung müsse deshalb bei der Mittelverteilung im Jahr 2011 wieder eine größere Verteilungsgerechtigkeit unter den Regionen zum Ziel haben.
"Ich appelliere ausdrücklich an die Selbstverwaltung auf Bundesebene, die Ärztinnen und Ärzte in Baden-Württemberg jetzt nicht im Regen stehen zu lassen, denn bei uns geht es um den Erhalt einer gewachsenen und guten ärztlichen Gesundheitsversorgung", sagte Ministerin Stolz.
Quellen:
Staatsministerium Baden-Württemberg
KV Baden-Württemberg
Noch keine Kommentare vorhanden.