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Thüringen: KV droht Schmerztherapeuten

03.03.2010 (BIERMANN) – In einem Streit über Ärztehonorare hat die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Thüringen Schmerztherapeuten mit disziplinarischen Konsequenzen gedroht. Ein Teil der elf ausschließlich schmerztherapeutisch tätigen Praxisärzte in Thüringen habe mit Verweis auf vermeintliche Honorarkürzungen vereinbarte Behandlungstermine storniert und nehme auch keine neuen Patienten an, sagte die KV-Vorsitzende Regina Feldmann am Mittwoch.

Sie bestätigte damit Medienberichte. Vertragsärzte hätten aber eine Behandlungspflicht. Auch die Landesärztekammer will dem Vorfall nach Angaben einer Sprecherin nachgehen. Hintergrund des Streits ist eine Honorarreform bei Kassenärzten im Vorjahr.

Feldmann wies den Vorwurf der Honorarkürzung als unwahr zurück. Die Honorarreform habe den Schmerztherapeuten im vergangenen Jahr vielmehr Zuwächse in unterschiedlichem Ausmaß gebracht. Honorarstreitigkeiten dürften nicht auf dem Rücken der Patienten ausgetragen werden. «Ich bin mittelschwer fassungslos», sagte sie. Die KV hat die betreffenden Schmerztherapeuten angeschrieben und sie auf die berufsrechtlichen Konsequenzen ihrer Verweigerung hingewiesen. Bei einer Verletzung der Pflichten drohen Kassenärzten Sanktionen bis hin zum Entzug der Kassenzulassung.

Mit der Honorarreform wurden feste Pauschalen pro Patient und Quartal für Kassenärzte eingeführt. Die Pauschalen für Schmerztherapeuten lagen zwischen 102 und 118 Euro, pro Praxis wurden 500 Patienten statt vorher 300 zugrunde gelegt. Im ersten Quartal 2010 erhalten die auf die Behandlung chronischer Schmerzpatienten spezialisierten Praxen vorerst 64 Euro pro Fall. Die KV prüft nach Angaben ihrer Vorsitzenden derzeit, «ob wir den Topf erweitern können». Die Praxen der widerspenstigen Therapeuten sind laut KV weiter geöffnet, in Thüringen gibt es insgesamt mehr als 3200 Kassenärzte. (dpa/th)

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