(BIERMANN) – Der Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. Carl-Heinz Müller, hat Verständnis gezeigt für die Ankündigung der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL), ab 2011 keine Arzneimittel-Rahmenvereinbarungen mehr zu schließen.
Müller: "Wir stimmen mit der KVWL darin überein, dass durch zahlreiche gesetzliche Änderungen in den vergangenen Jahren mittlerweile Krankenkassen, Arzneimittelhersteller und andere Marktteilnehmer wesentlich mehr Einfluss auf die Ausgabenentwicklung bei Arzneimitteln haben als die Ärzte. Dennoch wird von Letzteren erwartet, dass sie die volle Verantwortung für die Kosten der Arzneimitteltherapie tragen."
Die KBV, so Müller, fordere daher in ihrem politischen Programm zur Neuausrichtung der Arzneimittelversorgung "eine klare Aufteilung von Versorgungsmanagement und Ausgabenmanagement". So lange dies nicht der Fall sei, setze die KBV auf "eine vernünftige Partnerschaft mit den Krankenkassen, wenn es um entsprechende Rahmenvereinbarungen geht". Immerhin sei es gelungen, mit den in den vergangenen Jahren auf Bundesebene geschlossenen Vereinbarungen die Vertragsärzte besser vor Regressen zu schützen.
Die KVWL hatte in der vergangenen Woche bekannt gegeben, im kommenden Jahr keine Rahmenvereinbarungen zur Verordnungssteuerung mit den Krankenkassen abzuschließen (wir berichteten). Begründet hatte sie dies unter anderem mit fehlenden Einflussmöglichkeiten auf das Verordnungsverhalten, etwa im Rahmen von Verträgen, die ohne die KV abgeschlossen wurden, und daraus resultierenden fehlenden Berechnungsgrundlagen.
Quelle:
www.kbv.de
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