– BERLIN (BIERMANN) – Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler will nun offenbar auch die Arzneimittelpreise verstärkt unter die Lupe nehmen. Das zuständige Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) erhält im Sommer eine neue Spitze.
In einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel kündigte Rösler an, noch in diesem Jahr Maßnahmen zu ergreifen, die an dieser Stelle zu einer Kostensenkung führen sollen. Es sei seine Aufgabe, so Rösler im Interview, darauf zu achten, dass Beitragsgelder effizient verwaltet werden - "und in diesem Bereich ist das nicht immer so". Künftig müsse bei jedem Medikament genauestens überprüft werden, ob Kosten und Nutzen in einem angemessenen zueinander Verhältnis stehen, erklärte Rösler gegenüber dem Spiegel und kündigte an, dass die Stellung des IQWiG gestärkt werden solle.
Dort steht nun der schon erwartete Führungswechsel im Sommer an: Der Stiftungsrat der Stiftung für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, der am Freitag tagte, hat Medienberichten zufolge nun auch formell bestätigt, dass der Vertrag des Institutsleiters Peter Sawicki Ende August nicht verlängert wird. Sawicki werden falsch abgerechnete Kosten, Vetternwirtschaft und wissenschaftlich ungenaue Methoden bei der Arzneimittelbewertung vorgeworfen.
Der erste Vorsitzende des Marburger Bundes (MB), Rudolf Henke, begrüßte, "dass Stiftungsrat und Vorstand der Stiftung für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen anlässlich ihrer Entscheidung zur künftigen Führung des IQWiG die bisherige Ausrichtung des Instituts positiv bewertet haben und die konsequente Fortsetzung dieser inhaltlichen Ausrichtung - unabhängig und kritisch - auch in Zukunft für eine unverzichtbare Notwendigkeit halten." Darin sei eine konstruktive Festlegung des Bundesministeriums für Gesundheit zu erkennen, erklärte Henke. Mit dem personellen Wechsel an der Spitze des IQWIG solle dessen kritische Rolle offenbar nicht aufgegeben werden.
Quellen: Der Spiegel, MB, ac
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