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Psychische Krankheiten kommen teuer

Psychische Störungen gehören zu den kostenintensivsten Erkrankungen. (Bild: Biermann Medizin)
Psychische Störungen gehören zu den kostenintensivsten Erkrankungen. (Bild: Biermann Medizin)

12.01.2010 – BERLIN (BIERMANN) – Auf rund 30 Seiten erläutert das 48. Heft der Gesundheitsberichterstattung (GBE) "Krankheitskosten", welche Krankheit wo und bei wem welche Kosten verursacht. Psychische und Verhaltensstörungen nehmen mit 26,7 Milliarden einen Spitzenrang bei den "Kostenverursachern" ein.

Im Jahr 2006 entstanden der deutschen Volkswirtschaft durch Krankheiten direkte Kosten in Höhe von insgesamt rund 236 Milliarden Euro - durchschnittlich 2870 Euro pro Einwohner. Hinzu kommt der Verlust am Arbeitsmarkt infolge von Arbeitsunfähigkeit, Invalidität und Mortalität mit rund vier Millionen Erwerbstätigkeitsjahren. Das Statistische Bundesamt schätzt den volkswirtschaftlichen Schaden durch Krankheiten und Unfälle seit 2002 alle zwei Jahre.

Die höchsten Kosten entstanden durch Krankheiten des Kreislaufsystems mit insgesamt 35,2 Milliarden Euro. An zweiter Stelle mit 32,7 Milliarden Euro stehen die Kosten für Krankheiten des Verdauungssystems, zu denen als besonders ausgabenintensive Einzelkrankheit die Zahnkaries gehört. Den dritten Rang bei den Kosten für Krankheitsklassen nehmen Euro psychische und Verhaltensstörungen mit 26,7 Milliarden ein. Fast gleichhoch waren die Ausgaben für Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems.

Nicht überraschend: Die Krankheitskosten steigen stark mit dem Alter. Bei den unter 15-Jährigen lagen die Krankheitskosten im Jahr 2006 bei nur 1260 Euro pro Person. Für 45- bis 64-Jährige stiegen sie auf 2930 Euro und für Hochbetagte im Alter von mindestens 85 Jahren lagen die Kosten bei 14.370 Euro pro Kopf.

Fast die Hälfte der Kosten für die Hochbetagten entstanden in Pflegeeinrichtungen, während für alle Altersgruppen nur gut ein Zehntel der Krankheitskosten in Pflegeeinrichtungen entstanden.

Frauen kommen teurer als Männer: Auf sie entfielen 57,6 Prozent der Kosten, während ihr Bevölkerungsanteil 51,1 Prozent beträgt. Zugleich sind Frauen durchschnittlich älter als Männer. Diese demographischen Unterschiede erklären den Hauptteil der höheren Krankheitskosten der Frauen. Weiterhin sind Kosten von Schwangerschaft und Geburt und ein häufigerer professioneller Pflegebedarf im hohen Alter bei alleinstehenden Frauen zu berücksichtigen.

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