Anzeige

Marburger Bund: Fünf Prozent mehr für Klinikärzte und Nachtdienst-Extra

(Foto: aboutpixel)
(Foto: aboutpixel)

22.12.2009 – BERLIN/FRANKFURT (BIERMANN) – Eine lineare Erhöhung der Gehälter um fünf Prozent und eine deutliche Erhöhung der Stundenentgelte für Bereitschaftsdienste fordert der Marburger Bund (MB) für die Tarifrunde 2010. Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) bezeichnet dies als "nicht angemessen und nicht finanzierbar".

Auf acht Prozent summierten sich die Forderungen des MB, rechnet der VKA vor: fünf Prozent Entgelterhöhung plus Anhebung der Bereitschaftsdienstentgelte um bis zu 35 Prozent.

Der MB hält dagegen seine Forderung für die rund 55.000 Ärzte an kommunalen Krankenhäusern für "ebenso maßvoll wie selbstbewusst".,

Der MB fordert eine Erhöhung der Stundenentgelte für den Bereitschaftsdienst in der Entgeltgruppe EG I (Arzt) von derzeit 22,30 Euro auf 30 Euro, in der EG II (Facharzt) von 27,10 Euro auf 36 Euro, in der EG III (Oberarzt) von 30 Euro auf 39 Euro und in der EG IV (Leitender Oberarzt) von 32 Euro auf 41 Euro. Außerdem möchte der MB durch eine Verkürzung der Stufenlaufzeiten auf zwölf Monate in jeder Stufe strukturelle Veränderung in der Entgeltgruppe EG I herbeiführen.

Außerdem dürfe es bei der Ableistung von Mehrarbeit generell keine unterschiedliche Behandlung zwischen Teilzeit- und Vollzeitbeschäftigten geben. Ferner soll die tarifliche Regelung für Altersteilzeit unter Berücksichtigung der gesetzlichen Regelungen verlängert werden.

"Der Marburger Bund fordert zum dritten Mal in Folge überproportionale Gehaltssteigerungen, die die Krankenhäuser nicht verkraften könnten. Diesmal summieren sich die Forderungen insgesamt auf 300 Millionen Euro jährlich", erklärte der VKA-Verhandlungsführer für Krankenhäuser Joachim Finklenburg.

"Nach dem großen Gehaltssprung der Ärzte in 2006 und den Erhöhungen in 2008 und 2009 um rund acht Prozent ist eine weitere derartige Gehaltssteigerung keinesfalls angemessen. Abgesehen davon ist sie für die Krankenhäuser nicht finanzierbar." In 2008 seien auf die Krankenhäuser aller Träger insgesamt 3,4 Milliarden Mehrkosten zugekommen. Von den Krankenkassen seien hiervon nur 1,7 Milliarden refinanziert worden.

Der VKA will die Ärzte in das System der leistungsorientierten Bezahlung einbeziehen. Dagegen habe sich der MB in der letzten Tarifrunde gewehrt. "Keine Personalgruppe darf sich einer ziel- und ergebnisorientierten Steuerung entziehen. Dies wird aus unserer Sicht ein wichtiges Thema in der Tarifrunde für Ärzte sein", betonte Finklenburg.

Die Tarifverhandlungen zwischen MB und VKA beginnen am 18. Januar 2010 in Frankfurt am Main.

Kommentare

Noch keine Kommentare vorhanden.

Neuen Kommentar schreiben

Login