– FRANKFURT/MAIN (BIERMANN) – Angesichts eines drohenden Mangels an Ärzten insbesondere in ländlichen Gebieten schlägt der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. Andreas Köhler, eine Änderung des Zulassungsverfahrens für niedergelassene Ärzte vor.
So sollte ein Arzt nur noch dort eine Praxis eröffnen dürfen, wo der Zulassungsausschuss ihm eine freie Stelle anbietet. Das sagte Köhler Anfang Dezember in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Dies sei zwar ein "sehr rigides Instrument", doch andererseits sähe er keine Möglichkeit, die flächendeckende medizinische Versorgung auch in der Zukunft zu gewährleisten.
Bei der Verteilung der Arztsitze sollten ferner auch Patientenvertreter und die Landespolitik mitwirken, denn "die Verteilung kann man nur noch gemeinsam lösen", betonte Köhler.
Bislang sind die Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) gemeinsam mit den Krankenkassen für die Zulassung niedergelassener Ärzte verantwortlich. Allerdings, so kündigte Köhler auch an, werde es trotz Bemühungen der KBV, Ärzte aufs Land zu schicken, nicht mehr in jedem Dorf einen Hausarzt und in jeder Kreisstadt einen Facharzt geben können.
Deshalb sollten Gemeinden in ländlichen Regionen Arztstationen einrichten, in denen Ärzte aus umliegenden Praxen oder Medizinischen Versorgungszentren stunden- oder tageweise Patienten behandelten. Ungeachtet dieser Neuregelungen müsse jedoch die Finanzierung der ambulanten Behandlung weiterhin in Händen der KV bleiben.
Die Freie Ärzteschaft nannte das Ansinnen Köhlers einen "Verrat an dem hohen Gut der ärztlichen Freiberuflichkeit" und forderte den Rücktritt des KBV-Vorsitzenden.
Quelle: FAZ, Freie Ärzteschaft
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