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Sanofi-Aventis füllt seine Kasse: Übernahmespekulationen

29.07.2010 (BIERMANN) – Der Pharmakonzern Sanofi-Aventis hat im zweiten Quartal dank der Nachfrage nach Diabetesmitteln und guten Geschäften in Schwellenländern gut verdient. Die Börsianer trauen den Franzosen wegen der vollen Kassen eine Megaübernahme zu. Spekuliert wird, dass Sanofi-Aventis schon bald beim US-amerikanischen Biotech- Unternehmen Genzyme zuschlagen könnte.

Die «New York Times» schrieb am Donnerstag von einem möglichen Angebot über 18,6 Milliarden Dollar. Damit wäre der Zukauf eines der größten Geschäfte des Jahres. Der Verwaltungsrat von Sanofi-Aventis habe am Mittwoch getagt und sich für ein Übernahmeangebot ausgesprochen, hieß es. Dem Genzyme-Management dürfte nun bald ein Brief ins Haus flattern.

Sanofi-Chef Chris Viehbacher äußerte sich bei der Bilanzvorlage am Donnerstag nicht dazu. Zu den am meisten verkauften Produkten von Genzyme zählt ein Medikament gegen eine seltene genetische Krankheit, bei dem das Risiko eines Nachahmermedikamentes relativ gering wäre. Angesichts der Konkurrenz durch sogenannte Generika setzt Viehbacher verstärkt auf Zukäufe und neue Partnerschaften.

Leisten kann er es sich: Der Überschuss im zweiten Quartal hat sich um 7,6 Prozent auf 2,48 Milliarden Euro verbessert. Der Umsatz stieg um 4,6 Prozent auf 7,78 Milliarden Euro. Wegen eines Nachahmer-Medikaments für den Bestseller Lovenox erwartet Sanofi- Aventis 2010 bestenfalls einen stagnierenden Gewinn je Aktie, schlimmstenfalls einen Rückgang um vier Prozent.

Der Konzernchef zeigte sich mit dem Ergebnis zufrieden. Das Umfeld sei vor allem von der Gesundheitsreform in den USA, sinkenden Preisen in Europa und der Konkurrenz durch Nachahmerprodukte geprägt, betonte er. Sanofi-Aventis wuchs daher lediglich in den Schwellenländern um 12,8 Prozent. In Westeuropa und den USA schrumpfte das Geschäft um
10,2 Prozent beziehungsweise 5,5 Prozent. (dpa)

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