Anzeige

Mit Netzwerken gegen den Schmerz

17.11.2009 – KÖLN (BIERMANN) – Eine Verbesserung der Schmerzbehandlung ist nur dann möglich, wenn Schmerzexperten aus Forschung, Klinik, Schmerzzentren und den Schmerzpraxen sowie die kooperierenden Berufsgruppen (Pflegepersonal, Physiotherapeuten) zusammenarbeiten. Entsprechend lautete auch das Motto des diesjährigen Deutschen Schmerzkongresses (Berlin, 7. -10. Oktober 2009): "Mit Netzwerken gegen den Schmerz".

Bei nozizeptiven entzündlichen Schmerzen empfiehlt die WHO Morphin als Mittel der Wahl, weil es überall verfügbar ist und kostengünstig angeboten wird. Beachtet man aber die Begleiterkrankungen des Patienten und seine individuelle Krankheitssituation (zum Beispiel die bestehenden Organinsuffizienzen), dann sollten andere geeignete Opioide eingesetzt werden. So ist die Gabe von Oxycodon, Buprenorphin und Fentanyl bei älteren Schmerzpatienten mit Störungen der Darmmotilität angezeigt.

Bei Patienten mit chronischen Schmerzen sind vor allem transdermale Systeme gut geeignet, wie zum Beispiel das Norspan®-7-Tage-Pflaster. Dieses opioidhaltige Pflaster (Buprenorphin) zeichnet sich zudem durch seine antihyperalgetische Wirkung aus, was gerade bei der Behandlung von chronischen Schmerzen eine wichtige Rolle spielt. Das BTM-Pflaster ist indiziert zur Behandlung von mittelstarken nichtmalignen Schmerzen, wenn ein Opioid zum Erreichen einer adäquaten Analgesie notwendig ist. Es sollte nicht zur Behandlung akuter Schmerzen eingesetzt werden.

Von rund 7,5 Millionen Patienten mit chronischen Schmerzen leidet etwa jeder Vierte unter einem neuropathischen Schmerzsyndrom. Die Anzahl der unterversorgten Schmerzpatienten ist gerade in diesem Kollektiv sehr hoch. Das gilt vor allem für die Diabetiker mit einer Polyneuropathie, deren Glukosestoffwechsel zwar gut eingestellt ist, die aber keine ausreichende Behandlung bezüglich ihrer Schmerzen erfahren, betonte der Schmerzexperte Dr. med. Ulf Schutter, Marl. "Hinsichtlich des Einsatzes von Opioiden beim neuropathischen Schmerz besteht in der Ärzteschaft eine gewisse Skepsis, weil es bisher leider nur wenige auf Evidenz basierte klinische Studien gibt".

Nach den Erfahrungen des Schmerzexperten benötigt der neuropathische Schmerz offensichtlich höhere Dosen des eingesetzten Opioids. Andererseits scheinen das Nebenwirkungs- und auch das Interaktionsprofil günstiger zu sein als bei den trizyklischen Antidepressiva oder den Antikonvulsiva, die bei neuropathischen Schmerzen eingesetzt werden.

Quelle: Grünenthal GmbH

Kommentare

Noch keine Kommentare vorhanden.

Neuen Kommentar schreiben

Login