– MÜNSTER (BIERMANN) – Zum ersten Mal hat die Münsteraner Stiftung "pro ZNS" ihren Promotionspreis zur Unterstützung von herausragenden Promovierenden vergeben: Preisträger ist Thomas Lenzen. In seiner Dissertation untersuchte Thomas Lenzen die Mechanismen dissoziativer Störungen unter dem Einfluss einer hypnotisch herbeigeführten Lähmung.
Lenzen promoviert derzeit an der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Münster. In seinen Untersuchungen wurden den gesunden Probanden während der Hypnose die Lähmung eines Armes suggeriert, während sie im MRT lagen. Die Auswertung der funktionellen Bildgebung zeigte dabei deutliche Effekte der Hypnose nicht nur im motorischen System, sondern gab auch Hinweise zu den neuronalen Mechanismen der Bewegungskonzeptualisierung und der Entstehung des Körperbilds.
"Die ausgezeichnete Arbeit entwickelte sich in der spannenden Schnittstelle von Psychiatrie/Psychosomatik einerseits und Neurowissenschaften andererseits, einem Forschungsbereich, der in seiner Bedeutung auch weiterhin enorm zunehmen wird", so Prof. Volker Arolt, Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am UKM.
Aktuell arbeitet Thomas Lenzen an einem Projekt zur "Neurogenetik affektiver Erkrankungen" unter der Leitung von Dr. Udo Dannlowski an der psychiatrischen Universitätsklinik.
Die Stiftung "pro ZNS" wurde 2009 von Dr. Joachim Elbrächter unter dem Dach der Bürgerstiftung "Bürger für Münster" gegründet. Ihr Zweck ist die Aufklärung über Krankheitsbilder und Therapien, die Förderung von gemeinnützigen Institutionen und die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses.
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