– BERLIN (BIERMANN) – Ein neues Projekt soll in Berlin künftig die Kluft zwischen ambulanter und stationärer Versorgung psychisch Kranker überbrücken. Die Techniker Krankenkasse stellte heute in Berlin das NetzWerk Psychische Gesundheit (NWpG) vor, bei dem sich erstmals sozial- und gemeindepsychiatrische, ambulante und stationäre Anbieter integriert um die Patienten kümmern.
Ziel des neuen Konzepts ist, die Patienten so weit zu unterstützen, dass sie trotz ihrer Erkrankung im gewohnten familiären, beruflichen und sozialen Umfeld bleiben können - ambulant statt stationär. Im Mittelpunkt stehen dabei die aufsuchende Betreuung zu Hause (home treatment) sowie Rückzugsräume, die die Patienten bei Bedarf nutzen können.
"Diese sogenannten Krisenpensionen bieten den Patienten jederzeit eine Rückzugsmöglichkeit, ohne dass sie ihr gewohntes Lebensumfeld für längere Zeit verlassen müssen. In diesen Wohngemeinschaften steht ihnen jederzeit professionelle Hilfe zur Verfügung", erläuterte Prof. Norbert Klusen, Vorsitzender des TK-Vorstandes, das neue Konzept.
Der Sozialpsychiater Prof. Klaus Dörner meinte hierzu: "Mit Ausnahme einiger schwerer Psychosen gibt es kaum Indikationen, die wirklich eine stationäre Behandlung erfordern. Ein solches ambulantes Netzwerk schafft nach 30 Jahren erstmals Anreize, um die Kluft zwischen dem ambulanten und stationären Bereich, zwischen medizinischen und sozialen Profis, vielleicht auch zwischen Professionellen und Bürgerhelfern zum Nutzen des Patienten zu schließen."
Das NetzWerk Psychische Gesundheit ist in Berlin bereits gestartet, in diesem Quartal kommen zudem München, Augsburg und Bremen hinzu, im weiteren Verlauf des Jahres Lübeck, Kiel, Göttingen, Nord-Niedersachsen (Hemmoor) und Nürnberg. In Vorbereitung sind weitere Regionen wie Hamburg, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Hessen und Nordrhein-Westfalen.
Noch keine Kommentare vorhanden.